Warum Vertrauen für mich als Boudoirfotografin so wichtig ist und warum ich vor Kurzem Strafanzeige erstattet habe
- Katja
- vor 1 Tag
- 3 Min. Lesezeit
Vertrauen beginnt lange vor dem ersten Foto
Als Boudoir- und Aktfotografin spreche ich fast täglich mit Frauen über Vertrauen. Viele erzählen mir schon beim ersten Gespräch, dass sie noch nie vor einer Kamera standen oder unsicher sind. Manche fragen, wer die Bilder später sehen wird. Andere möchten wissen, ob sie ein Shooting jederzeit unterbrechen können oder ob sie auch währenddessen ihre Meinung ändern dürfen.
Ich verstehe diese Fragen gut. Gerade in der Boudoirfotografie entsteht Vertrauen nicht erst vor der Kamera. Es beginnt viel früher: mit der ersten Nachricht, dem ersten Telefonat und dem Gefühl, ernst genommen zu werden.
Warum ich mich bewusst für eine Strafanzeige entschieden habe
Vor einigen Tagen habe ich Strafanzeige erstattet. Ein Mann hatte mir unaufgefordert Nacktbilder geschickt. Nicht von sich, sondern von einer Frau, die offensichtlich unbemerkt fotografiert worden. ist.
Leider war das nicht das erste Mal. Und leider passiert so etwas nicht nur mir. Immer wieder erzählen Frauen von ähnlichen Erfahrungen. Manche erleben sie im Berufsalltag, andere in sozialen Netzwerken oder im privaten Umfeld. Oft wird darüber geschwiegen. Die Nachricht wird gelöscht, der Absender blockiert und das Leben geht weiter. Ich kann jede Frau verstehen, die diesen Weg wählt. Ich habe mich dieses Mal bewusst anders entschieden!
Nicht, weil ich Streit suche. Nicht, weil ich Aufmerksamkeit möchte. Sondern weil ich Verantwortung trage.

Meine Verantwortung als Boudoirfotografin endet nicht beim Fotografieren
Meine Aufgabe als Boudoirfotografin besteht für mich nicht nur darin, schöne Bilder zu machen. Meine Aufgabe ist es auch, einen Ort zu schaffen, an dem Frauen sich sicher fühlen können. Einen Ort, an dem Vertrauen wachsen darf und an dem niemand Angst haben muss, nicht ernst genommen zu werden.
Wenn ich von meinen Kundinnen erwarte, dass sie mir vertrauen, dann muss ich selbst zeigen, dass ich Grenzen ernst nehme! Nicht nur ihre, sondern auch meine. Ich kann Frauen keinen geschützten Raum versprechen und gleichzeitig übergriffiges Verhalten einfach hinnehmen. Für mich gehört beides untrennbar zusammen.
Wer mich kennt, weiß, dass ich ein ruhiger Mensch bin. Ich diskutiere selten laut und suche keine Auseinandersetzungen. Trotzdem gibt es Situationen, in denen Schweigen für mich keine Lösung mehr ist. Wenn jemand bewusst Grenzen überschreitet, möchte ich das nicht einfach als Teil meines Berufs akzeptieren.
Vielleicht wird eine Strafanzeige nicht verhindern, dass so etwas noch einmal passiert. Davon gehe ich ehrlich gesagt nicht aus. Aber sie ist für mich ein Zeichen. Ein Zeichen dafür, dass Respekt nicht nur ein Wort ist und dass Grenzen ernst genommen werden müssen – auch im digitalen Raum.
Ein Safe Space ist mehr als ein schönes Wort
Viele Frauen erzählen mir nach ihrem Shooting, dass sie sich bei mir gut aufgehoben gefühlt haben. Nicht, weil sie während des Shootings Nein sagen mussten. Sondern weil sie jederzeit wussten, dass sie es könnten. Dass ihre persönlichen Grenzen respektiert werden und sie nichts tun müssen, was sich für sie nicht richtig anfühlt.
Genau dieses Gefühl wünsche ich mir für jede Frau, die mit mir Kontakt aufnimmt.
Ein gutes Bild entsteht nicht nur durch Licht, Erfahrung oder eine schöne Location. Es entsteht dort, wo Vertrauen wachsen kann. Dort, wo niemand bewertet wird. Dort, wo Grenzen selbstverständlich respektiert werden und jede Frau weiß, dass sie so sein darf, wie sie ist.
Deshalb endet meine Verantwortung für mich nicht mit dem Drücken des Auslösers. Sie beginnt lange davor und begleitet jedes Shooting bis zum Schluss.
Denn am Ende möchte ich nicht nur, dass meine Kundinnen schöne Bilder mit nach Hause nehmen. Ich möchte, dass sie mit dem Gefühl nach Hause gehen, einem Menschen begegnet zu sein, bei dem sie sich sicher fühlen konnten.
Genau dafür stehe ich.


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